Cannabis lässt hoffen. Bisher konnte erst an Versuchen mit Mäusen festgestellt werden: Cannabinoide sind in der Lage, Krebszellen zu zerstören. Für Krebspatienten gilt: THC und CBD können den Heilungsprozess unterstützen. Bei Epilepsie wird Cannabidiol auch an Menschen schon erfolgreich eingesetzt.

Es gibt längst Versuche, die die positive Wirkung von Cannabis auf Krebspatienten zeigen. Die Schmerzen und die Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Übelkeit können mit Cannabis teilweise komplett ausgeschaltet werden. Dazu gibt es bereits Studien, die vor 20 Jahren gemacht wurden. Im Dokumentarfilm „The Scientist“ beschreibt der vielfach preisgekrönte israelische Professor Raphael Mechoulam, wie er gemeinsam mit Aya Avramov Kindern während der Chemotherapie gegen die Übelkeit THC in Ölform verabreichte. Der Effekt war nicht psychoaktiv und so einschlagend, dass Avramov es nicht verantworten konnte, die Kontrollgruppe ohne THC-Gabe zu belassen. Denn diese Kinder mussten sich weiterhin übergeben. „Wir hatten einen therapeutischen Effekt und publizierten die Studie. Aber nichts ist geschehen seither“, sagt Mechoulam in der Dokumentation.

 

Besonders effektiv bei Leber- und Brustkrebs – zeigen Mäuseversuche

Nicht nur die Nebenwirkungen, auch die Krebszellen selbst wurden – bisher nur an Mäusen und unter Laborbedingungen ­– erfolgreich angekämpft. Auf der Website des US-Gesundheitsministeriums heißt es: „Studien an Mäusen und Ratten haben ergeben, dass Cannabinoide potenziell Tumorwachstum hemmen, indem sie Zellwachstum und Blutgefäße, die der Tumor benötigt, blockieren. Labor- und Tierversuche haben gezeigt, dass Cannabinoide Krebszellen töten können, während gesunde Zellen erhalten bleiben.“ Besonders gute Ergebnisse seien bei Leber- und Brustkrebs verzeichnet worden. Begleitend zu Chemotherapie soll Cannabidiol die Wirkung intensiviert und den Tumorzelltod gesteigert haben.

 

Klinische Studien an Menschen bei Epilepsie

Der Effekt auf die Krebszellen konnte schon mehrfach, aber eben nur bei Mäusen oder unter Laborbedingungen nachgewiesen werden.

Klinische Studien mit Menschen unterliegen naturgemäß ganz anderen Auflagen. GW Pharmaceuticals ist gerade in der dritten von fünf Testphasen an Menschen, die ein Cannabidiolpräparat (Epidiolex) gegen behandlungsresistente Epilepsie einsetzt. Erfolgreich: Im Vergleich zur Placebogruppe reduzierten sich die Anfälle um etwa 40 Prozent gegenüber 17 Prozent der Scheinbehandelten.

Abstimmung mit den Füßen? Viele behandeln sich im Alleingang

Keine Frage: Das sind noch Kinderschuhe, in denen die Forschung tappst. Die Hürden und Kosten für Studien sind hoch, die Reputation von Cannabis immer noch fragwürdig und die meisten Pharmakonzerne sähen Cannabis lieber in anderem Kontext. Wie neben den Tier- und Laborversuchen viele sich selbst erfolgreich Behandelnde zeigen, hilft Cannabis in einem riesigen gesundheitlichen Spektrum. Es gibt neben den unter 1.000 Cannabispatienten, die eine offizielle Genehmigung von der Bundesopiumstelle haben, eine riesige Dunkelziffer an inoffiziellen Konsumenten, die einen gesundheitlichen Effekt an sich selbst beobachten. Jetzt muss noch an einer soliden Basis gearbeitet werden, die Vertrauen schafft und weitere Studien anstößt.

Quellen:

https://globenewswire.com/news-release/2016/09/26/874464/0/en/GW-Pharmaceuticals-Announces-Second-Positive-Phase-3-Pivotal-Trial-for-Epidiolex-cannabidiol-in-the-Treatment-of-Lennox-Gastaut-Syndrome.html

https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/cam/patient/cannabis-pdq/#link/_13