Fehlende Genehmigungen verzögern die Produktion 

Israel hat sich dazu entschlossen, in der Forschung und bei der Herstellung von medizinischem Cannabis eine Spitzenreiterrolle einzunehmen. In dem in Vorderasien gelegenen Staat ist Cannabis bereits seit 1992 zur Behandlung von schwerkranken Patienten zugelassen, und die israelische Regierung investiert in Forschungseinrichtungen, um den medizinischen Nutzen der Pflanze genauer zu untersuchen.

Mit der voranschreitenden Liberalisierung und einer steigenden Anzahl an Ländern, die Cannabis als Medizin anerkennen und schwerkranken Menschen zugänglich machen, sieht Israel auch im Export der Blüten ein wirtschaftliches Potenzial. Innerhalb weniger Jahre soll der Verkauf von Cannabisblüten ins Ausland begonnen und ausgebaut werden.

Wie die israelische Polizei jedoch kürzlich mitteilte, stehen in den kommenden Monaten Versorgungsengpässe bevor, die tausende lizenzierte Patienten betreffen könnten. Ursache für den fehlenden Nachschub sind Verzögerungen bei der Einstellung neuer Arbeitskräfte, die medizinisches Cannabis anbauen sollen. Derzeit gibt es in Israel acht Einrichtungen, die eine Anbaulizenz für Cannabis besitzen. Bevor diese jedoch wie geplant 100 weitere Arbeitskräfte einstellen können, muss jede der betreffenden Personen eine Erlaubnis von der Polizei erhalten. Erst dann können die Angestellten ihrer Arbeit nachgehen.

Im israelischen Gesundheitssystem ist angedacht, die Anzahl der Behandlungen mit medizinischem Cannabis zu erhöhen. Allerdings mussten bisher drei Patientenstudien verschoben werden. Grund hier für war ebenfalls, dass die Patienten von der israelischen Polizei noch keine Genehmigung erhalten hatten, um an den Studien teilzunehmen.

Wie Jerusalem Online berichtete, versicherte die israelische Polizei, dass man Anfang 2017 eine zusätzliche Einheit einrichten werde, um die Fälle zukünftig schneller zu bearbeiten. In der Zwischenzeit tue man das Möglichste, um die Wartezeit zu verkürzen.