in.fused quelle: unsplash . jonathan-simcoe
Posted on / by in.fused / in News

Pestizide im medizinischen Cannabis

News

Pestizidbelastung von kanadischem Cannabisproduzenten vertuscht

Fast hätte sich der zweitgrößte kanadische Hersteller für medizinisches Cannabis, Mettrum Ltd., herausreden können: Als ein Test der Blüten ergab, dass ein unerlaubtes Pestizid angewandt wurde, schob man das seitens der Firma auf ein Versehen. Der geffundene Stoff Pyrethrin war nicht als Inhaltstoff angegeben auf dem Spray, das Mettrum Ltd. für den Anbau verwendet.

Die Proben wurden aber weiter untersucht. Und Health Canada wurde wieder fündig. Diesmal schlug es bei Myclobutanil an – ein Antischimmelpestizid, das für den Obstanbau verwendet wird. Was Tabak und zu Cannabis angeht, steht es aber auf der Verbotsliste, da es unter Hitzeeinfluss giftige Stoffe entwickelt, die über die Lunge in die Blutbahn geraten. Das ist allgemein bekannt unter den 38 lizensierten Herstellern. Dennoch wurde der Fund vertuscht – von Mettrum Ltd. sowie der staatlichen Gesundheitsabteilung Health Canada. Eine Rückrufaktion betroffener Produkte fand im Dezember 2016 zwar statt, aber ohne konkrete Hinweise, warum.

Die Zeitung The Globe and Mail kam dahinter. Das wiederum war Anlass für den ehemaligen Mitarbeiter McConville, mit Details herauszurücken, die deutlich zeigen, dass ein Versehen ausgeschlossen werden kann. Die Sprays waren von Mitarbeitern kurzerhand in der Deckenverkleidung versteckt worden, als eine externe Überprüfung anstand. McConville hatte damals seinen Vorgesetzten auf die verbotene Substanz hingewiesen, wurde beschwichtigt und beim Ausstieg zum Signieren einer Verschwiegenheitserklärung aufgefordert. Das war 2014/15.

Health Canada hat jetzt angekündigt, dass in Zukunft Zufallstest durchgeführt würden bei allen lizensierten Herstellern. Bisher war das kaum oder nicht geschehen, weil man davon ausgegangen sei, dass der drohende Lizenzentzug abschreckend genug sein dürfte. Ein laxes Vorgehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um ein medizinisches Produkt handelt.

Dabei hatte die Gesundheitsbehörde angekündigt: „Wenn der Distrikt Grund für die Annahme hat, dass ein lizensierter Produzent unautorisierte Pestizide oder andere chemische Substanzen nutzt, wird das unmittelbare Konsequenzen haben“, zitierte The Globe and Mail. Es war nicht das erste Mal, dass Health Canada in einem akuten Fall nicht reagierte: In einigen Dispensaries in Vancouver war das Pestizid Dodemorph in Cannabis gefunden worden, was nicht für den menschlichen Gebrauch gedacht ist. Offenbar nicht Anlass genug, einzuschreiten oder zumindest die Öffentlichkeit zu warnen – denn: Der Verkauf in diesen Stores ist nicht legal – wird aber auch andererseits nicht verhindert.

 

infused_logo_2_150x40 Pestizide im medizinischen Cannabis News  %page

Bildquelle: unsplash . jonathan-simcoe

Weitere Beiträge von in.fused
Israel droht Cannabisknappheit Fehlende Genehmigungen verzögern die Produktion  Israel hat sich dazu entschlossen, in der Forschung und bei der Herstellung von medizinischem Ca...
Medizinisches Cannabis für U.K. Autor: Rosemarie Binder In Großbritannien hat man sich nun für die Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken entschieden. Nachdem bis Anfang die...
Bald kein Bier mehr auf Hawaii? Legalisierung von Cannabis sorgt für weniger Alkoholabsatz  Ganz so drastisch ist die Prognose zwar nicht, aber fest steht: Legalisierung von Canna...
Späte Bekanntschaft Anna Pasdzierny Alex J. mag den Rausch, Susanne M. kämpft gegen ihn an. Aber für beide ist Cannabis ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden – sogar ...
Hungerstreik für Cannabispatienten Autor: Janika Takats Dr. Franjo Grotenhermen verweigert erneut die Nahrungsaufnahme  „Ich habe in den letzten Monaten den Eindruck gewonnen, dass ...
Amerikas Alte machen’s vor: Sie vertrauen au... Eine amerikanische Studie zum Cannabiskonsum unter Senioren zeigt deutlich die steigende Beliebtheit. Die Babyboom-Generation in Amerika wurde ...
Editorial – Ausgabe 6 WORT ZUR AUSGABE   Die lange Winterzeit liegt nun hinter uns und wir haben uns daher hinreißen lassen die vorliegende Ausgabe den Frühlings...