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U.K. bald mit von der Partie?

Medizin

Autor: A. P.

Großbritannien ist, was das Verbot von Cannabis angeht, im europäischen Vergleich besonders streng. Zumindest auf dem Papier. Die Liberaldemokraten würden im Fall eines Wahlsiegs einiges ändern.

Das Argument ist nachvollziehbar, aber auch typisch: Nicht vorrangig aus medizinischen Gründen, sondern weil die Polizei so unglaublich viele Stunden auf die Cannabisverfolgung „verschwendet“, soll es nach den Liberal Democrats legalisiert werden.

Die Liberaldemokraten haben die Kosten zusammengerechnet und herausgefunden, dass ihre Policemen etwa eine Million Stunden pro Jahr wegen des Cannabisverbots auf den Beinen sind. 87.247 Fälle wurden 2015 hierzu eröffnet – jeder einzelne kostet den Steuerzahler durchschnittlich 2.256 Pfund. Und pro Stunde Polizeieinsatz werden 31 Pfund veranschlagt, schreibt The Independend.
Würde man Cannabis reguliert legalisieren, schätzt das Adam Smith Institute, lägen die Steuereinnahmen zwischen 759 Mio. und 1 Billion. Also eine reine Additionsrechnung. Auch wenn Cannabis weit verbreitet und weitgehend geduldet wird, hat es den Status einer Class-B-Droge. Theoretisch kann ein Joint fünf Jahre Gefängnis nach sich ziehen, ein Dealer könnte sich 14 Jahre einhandeln. So hohe Strafen werden allerdings kaum umgesetzt.

Das einzige THC-haltige Medikament, was in Großbritannien verschrieben werden darf, ist das Spray Sativex – allerdings ist die Verschreibung an viele Bedingungen geknüpft und gilt als weniger effektiv als reine Blüten. Viele Patienten – geschätzt werden mehrere Zehntausend – nehmen die Versorgung selbst in die Hand, besorgen sich Cannabisblüten auf dem Schwarzmarkt oder bauen zuhause an.

Tim Farron, Parteichef der Liberal Democrats, will die Legalisierung jedenfalls anstoßen, wenn seine Partei die Wahlen gewinnen sollte. Und, wie er dem „Mirror“ berichtete, weiß er, wovon er spricht: „Ich habe Cannabis ausprobiert, als ich jünger war“ – nicht, ohne hinzuzufügen: „… wie auch viele andere Politiker“.

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