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Editorial – Ausgabe 2

in.fused Magazin

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Janika Takats

Die erste Ausgabe eines Magazins zu erschaffen, das ist ein ganz schöner Brocken. Der zweite Durchgang würde einfacher werden – so dachten wir –, weil wir dann schon etwas Erfahrung hätten. Tatsächlich war es aber eine noch größere Herausforderung – nicht nur, weil der Zeitplan viel straffer war. Wie geht man mit all den Vorstellungen, Anregungen und Änderungswünschen um, die sowohl von Kollegen und Vorgesetzten als auch von Leserinnen und Lesern an unsere Redaktion herangetragen werden? Wie vereint man gegensätzliche Erwartungen und mit wem will oder muss man sich vergleichen lassen? Diese und noch viele weitere Fragen werden wir uns wohl bei jeder Ausgabe aufs Neue stellen und an ihnen wachsen.
Auf unserer Reise wollen wir viele weitere spannende, lehrreiche und bewegende Themen finden und diese mit euch – liebe Leserinnen und Leser – teilen. In dieser Ausgabe hat sich Rüdiger leckere Rezepte passend zum Sommer ausgedacht, die man sowohl infused (mit Cannabis durchzogen) als auch ohne psychoaktive Wirkung genießen kann. Dabei hat er sich unter anderem von unserem Fotografen Shamsan inspirieren lassen, der die tropische Insel Mayotte bereist hat, um das ambivalente Inselleben und die wildwachsenden Cannabispflanzen mit der Kamera einzufangen.

In der Rubrik „Medizin“ widmen wir uns in dieser Ausgabe dem zweithäufigsten Cannabinoid CBD sowie der Diagnose „ADHS“, die im Erwachsenenalter nicht einfach verschwindet, die man jedoch gerade dann mit Cannabis behandeln kann. Die Theologin Daniela Kreher nimmt uns mit zu fernen Kulturen und deren Heiligenpflanzen, während „Cannabisphilosoph“ Sebastián Marincolo sich auf Expedition in die menschliche Psyche begibt.
Auch unser Team hat sich in Bewegung gesetzt. Die in.fused-Redaktion ist Teil der sens-media-Familie. Diese ist zwar noch jung, aber in den vergangenen Monaten so stark gewachsen, dass wir uns ein größeres Büro suchen mussten. Der Immobilienmarkt in Berlin ist in Bewegung, da würden wir schon was finden, war unsere Einstellung. Als wir uns jedoch auf die Suche begaben, trafen wir schnell auf Widerstand in Form von Abneigung und Vorurteilen. Berlin hat den Ruf, eine liberale und weltoffene Stadt zu sein. Als Medienunternehmen, das sich hauptsächlich mit Cannabis befasst und in der Belegschaft einige Patienten hat, die auf den kontinuierlichen Konsum ihrer Cannabismedizin angewiesen sind, stießen wir allerdings auf viele verschlossene Türen. Während uns einige Vermieter direkt sagten, dass man „einen solchen Raucherraum“ nicht wolle, reagierten andere Makler schlicht nicht auf unsere wiederholten Anrufe. So rückte der geplante Auszugstermin näher, ohne dass eine neue Bleibe in Aussicht war, und die Unruhe im Team wuchs.
Dann endlich ein Lichtblick. Eine frisch renovierte Dachgeschossetage inklusive Dachterrasse stand leer und wartete auf Mieter. Das erste Treffen mit dem Vermieter lief gut, man war sich auf Anhieb sympathisch. Die Hoffnung unsererseits war groß. Doch als uns der Vermieter mitteilte, dass vor Vertragsunterzeichnung noch die Zustimmung der Betreiber des Ärztehauses – welches sich in Etage 1 bis 4 befindet – einholen müsse, kamen wieder die Zweifel. Würde uns ausgerechnet ein Haus voller Ärzte akzeptieren, wenn es so viele andere schon nicht tun? Ja, das tat es!

Und so zogen wir um: aus dem „Kellerloch“ ins Dachgeschoss eines Gesundheitszentrums. Das neue Büro ist heller, schöner und zentraler gelegen als alle anderen, die wir zuvor besichtigt hatten. Und wir können es kaum erwarten, uns mit unseren neuen Nachbarn auszutauschen. Diese Ausgabe möchten wir daher allen aufgeschlossenen und neugierigen Menschen widmen, die bereit sind, neue Wege einzuschlagen und die sich gerne von neuen Erkenntnissen überraschen lassen.

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