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Editorial – Ausgabe 3

in.fused Magazin

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Janika Takats

Meine journalistische Laufbahn begann ich damit, Interviews mit Musikern zu führen und diese unter anderem zu fragen, ob sie der Meinung wären, dass Cannabis legalisiert werden solle. „Unter Implementierung strenger Jugendschutzmaßnahmen“, so oder so ähnlich sollte stets der Fragenzusatz lauten. Meinem damaligen Chefredakteur war es wichtig, klarzustellen, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen hervorgehoben wurde, wohl auch, um keine zusätzliche Angriffsfläche zu bieten. Damals war Cannabis offiziell noch eine böse Droge und die Zulassung und Anerkennung als Medizin in weiter Ferne.
Seitdem ist viel passiert. Die Pflanze hat einen Teil des Schreckens, der ihr lange nachgesagt wurde, verloren. Dennoch ist die Sorge, Kinder und Jugendliche könnten durch den Konsum zu Schaden kommen, nach wie vor groß. Der Jugendschutz gilt bis heute als eines der stärksten Argumente der Legalisierungsgegner. Cannabis soll illegal bleiben, da sonst der Gebrauch verharmlost werde und junge Menschen in Versuchung gerieten, dieses zu konsumieren. Dies kann negative Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Entwicklung haben und dieses Risiko sei zu groß. Auf der anderen Seite vertreten Legalisierungsbefürworter die Auffassung, man könne junge Menschen nur durch eine Regulierung von Cannabis wirksam schützen. Durch das Verbot könne man Jugendliche nicht davon abhalten, Cannabis zu konsumieren. Derzeit bezögen sie Cannabis unbekannter Qualität aus dubiosen Quellen, gerieten unnötig früh mit dem Gesetz in Konflikt und scheuten sich auf Grund des Verbots davor, Hilfe zu suchen, wenn sie diese benötigen.
Das Thema ist brisant, erhitzt die Gemüter und wie in so vielen Fällen gibt es mehr als eine Wahrheit. Deswegen hat in.fused sich entschlossen, die dritte Ausgabe dem Schwerpunkt Kinder & Cannabis zu widmen. Wir wollen uns jedoch nicht auf die politische Debatte konzentrieren, denn hier wurde schon viel gesagt und geschrieben. Uns interessieren die Bereiche, die nur selten an die Öffentlichkeit dringen. Während die Politik theoretische und ideologische Felder beackert, stellen sich im Alltag vieler Patienten und Konsumenten ganz anderen Fragen. Wie bringt man seinem Kind bei, dass man auf den Konsum von Cannabis auf Grund einer schweren Erkrankung angewiesen ist? Sollte ein Kind seine Eltern Cannabis konsumieren sehen? Wie klärt man die eigenen Kinder am besten über Drogen auf? Welche Behandlungschancen und Erfolge gibt es bei jungen Menschen mit Cannabis und ist der Einsatz hier besonders gefährlich?
Unsere Autoren haben sich diesen und weiteren Themen angenommen und individuelle Antworten gefunden. Auf einen Aspekt sind sie dabei immer wieder gestoßen: Lebensqualität. Ob für den Vater, der durch Cannabis mehr mit seinen Kindern unternehmen kann, das kleine Mädchen, welches durch CBD von seinen Krampfanfällen befreit wird oder den Mediziner, der durch Cannabinoide die letzten Tage seiner kleinen Patienten erträglicher macht und es Familien ermöglicht, Abschied zu nehmen. Lebensqualität und Sicherheit sind es, was Eltern im Sinn haben, wenn sie ihren Kindern zu einem bedachten Umgang mit Drogen raten, wie die beiden Drogenexperten Carl Hart und David Nutt.
Cannabis und Kinder: Was für viele strikt getrennt gehört, kann in Verbindung manchmal das Ende eines langen Leidenswegs bedeuten. Wie bei so vielen ist es von allem wichtig, sich kundig zu machen und Informationen zu sammeln, um Zusammenhänge verstehen zu können. Nur dann können mündige Entscheidungen getroffen werden, die zum Wohle der Betroffenen sind und Schaden minimieren. Das gilt für Jugendliche wie auch für Erwachsene.

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