in.fused quelle: unsplash . annie-spratt
Posted on / by in.fused / in Gesund Leben

Neurodermitis. Wie Hanföl helfen kann

Gesund leben

Nele Wobker

Neurodermitis plagt Betroffene schon im Kindesalter. Herkömmliche Medikamente sind oft mit starken Nebenwirkungen verbunden, die die Haut zusätzlich schwächen. Hanföl kann dazu beitragen die Haut zu beruhigen und ist in jedem Fall die schonendere Alternative.

Neurodermitis, eigentlich „Atopisches Ekzem“, ist eine entzündliche Hautkrankheit, die meist in Schüben auftritt. Betroffene leiden stark unter den juckenden, schuppigen Flecken am Körper. Eine Heilung für Neurodermitis gibt es bisher nicht. Allerdings versprechen einige Mittel Linderung. Hanföl ist eines davon.

Umwandlung in Gamma-Linolensäure gestört

Besteht im Körper ein Mangel an essentiellen Fettsäuren, kommt es häufig zu Hautentzündungen. Menschen mit Neurodermitis haben meist eine erhöhte Phenolsäure-Konzentration in Blut und Fettgewebe. Auch die Fettsäurezusammensetzung in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) stimmt bei hier oft nicht, was bereits Hinweis auf einen oder mehrere Entzündungsherde im Körper sein kann. Zudem ist häufig eine Verminderung der Linolsäuremetaboliten zu beobachten.
Durch Aktivitätsbeeinträchtigung des relevanten Enzyms können Menschen mit Neurodermitis die vorhandene Linolensäure nur schlecht in die notwendige Gamma-Linolensäure umwandeln.
Die These, Neurodermitis sei eine angeborene Störung des Fettsäurehaushalts klingt demnach naheliegend. Bisher kann Krankheit auch langfristig nur gelindert und nicht geheilt werden. Hierbei hat sich Hanföl in den letzten Jahren als besonders wirksam und vielversprechend erwiesen. Es kann die fehlenden Bausteine in der Haut ersetzen.

Langfristige Anwendung wichtig

Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist reich an essentiellen Fettsäuren sowie Gamma-Linolensäure und Stearidonsäure. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren stehen aus ernährungsphysiologischer Sicht – mit drei zu eins – in einem idealen Mengenverhältnis zueinander.
Damit befindet sich Hanföl außerdem im perfekten Fettsäurespektrum für die menschliche Haut.
Neurodermitispatienten sollten dabei aber darauf achten, das Öl über einen längeren Zeitraum anzuwenden, da sich die Fettsäuren nur so langfristig im Körper anlagern können. Dadurch bessert sich das Hautbild deutlich und Beschwerden wie Jucken und Brennen der Haut nehmen stark ab oder verschwinden ganz.
Idealerweise wird in der Therapie eine orale Einnahme des Hanföls mit der äußeren Anwendung (zum Beispiel durch Cremes oder Bäder, die mit Hanföl versetzt wurden) kombiniert.
Das Öl kann auch ohne Bedenken ergänzend zur medikamentösen Behandlung verwendet werden.

Haut wird wieder dicker

Viele Patienten klagen besonders nachts über den starken Juckreiz der entzündlichen Haut. Durch die Bettwärme wird dieser noch verstärkt. Die Talg- und Schweißdrüsen arbeiten unter der Erkrankung nicht mehr richtig. Daraus resultierend wird die Haut trocken und rissig, weil Feuchtigkeit nicht mehr normal gespeichert werden kann. Die Haut verliert also immer mehr Feuchtigkeit, während sie gleichzeitig nicht dazu in der Lage ist, ausreichende Mengen wieder aufzunehmen.
Bei andauernder Behandlung mit Hanföl kann die geplagte Haut die zugeführte Feuchtigkeit wieder besser speichern. Sie wird dicker, widerstandsfähiger und kann ihre Funktion als Schutzschicht wieder erfüllen. Die juckenden Stellen treten seltener und weniger stark auf und verschwinden in manchen Fällen komplett.

Auch für Kinder ideal

Dadurch, dass der Juckreiz verschwindet, sehen Patienten sich nicht mehr dazu genötigt, ständig an sich herumzukratzen, wodurch keine offenen Entzündungen mehr entstehen. Der Teufelskreis wird unterbrochen, die Haut kann sich endlich erholen und regenerieren.
Ergänzend dazu können, besonders auch bei Kindern oder wenn größere Hautpartien betroffen sind, Bäder und Lotionen mit dem Öl versetzt werden. Wer keine Lust oder Zeit dazu hat, sich seine eigenen Lotionen anzurühren, kann auch die gewohnten und verträglichen fertigen Produkte mit einigen Tropfen des Öls anreichern.

Bildquelle: unsplash, annie-spratt

Weitere Beiträge von in.fused
Freiheit für verurteilte Cannabis-Konsumenten in K... Autor: Rosemarie Binder Mit einer Reihe von Programmen bemüht sich die Regierung des US-Staats Kalifornien darum, durch Cannabis straffällig geworden...
Nervenkostüm Autorin Dr. Eva Milz Rund 400 Patienten behandelt sie mit Cannabis. Damit ist sie für viele die "Cannabisärztin" Berlins. Und weil die Forschu...
Grasgespräche • Kleiner Gärtnerschock Zita Cumberland Letzten Samstag war ich auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Beziehungsweise natürlich nicht ich, sondern mein siebenjähriger Sohn....
Chemotherapie erträglicher machen Autor: D. Budler Unser Autor schreibt als Betroffener: Er ist an einem Immundefektsyndrom erkrankt (CVID), zusätzlich wurde 2016 die Krebsform Morbus...
In der Schwebe Autor Maximilian Plenert Maximilian Plenert ist studierter Physiker und Cannabispatient. Beim Thema Cannabis als Medizin macht ihm keiner etwas vo...
Späte Bekanntschaft Anna Pasdzierny Alex J. mag den Rausch, Susanne M. kämpft gegen ihn an. Aber für beide ist Cannabis ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden – sogar ...
Die Schweiz rechnet jetzt mit Cannabis Autor: Rosemarie Binder Damit hatte so schnell niemand gerechnet: Seit zwei Jahren darf in der Schweiz „rauscharmes“ Cannabis verkauft werden. Die da...