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Editorial – Ausgabe 5

in.fused Magazin

Janika Takats
Janika Takats

Das Gefühl, im Stress zu sein, keine Zeit zu haben oder mit der To-do-Liste nicht mehr hinterherzukommen, ist für viele Menschen ein ständiger Begleiter. Dabei ist erst einmal zweitrangig, ob das Empfinden von der tatsächlichen Fülle der Aufgaben herrührt oder eher von der inneren Sorge, überfordert zu sein. Wir machen uns nur selten ausführliche Gedanken darüber, was Stress für uns eigentlich bedeutet, wo er herkommt und ob er wirklich „notwendig“ ist. Vielmehr ist er zu einer Art Grundgefühl geworden, das man kontinuierlich mit sich trägt.
Die Aufgaben und Anforderungen, die das moderne Leben an uns Menschen stellt, sind vielseitig, zahlreich und manchmal undurchsichtig. Im Alltag wird dies schnell als Belastung empfunden, die, wenn sie überhandnimmt, in Zivilisationskrankheiten wie Burnout oder Depression enden kann. Jeder Mensch empfindet Stress anders und jeder geht anders damit um. Während die einen ihn als Herausforderung und Nervenkitzel wahrnehmen und durch ihn zu Höchstleistungen angetrieben werden, bereitet er anderen schlaflose Nächte und führt zu Angst und Erschöpfung.
Je mehr wir im Beruf oder der Familie gefordert sind, desto mehr suchen wir nach einem Ausgleich. Nach Entspannung oder einfach nach etwas, das uns hilft abzuschalten. Während manche Menschen deshalb abends zu einem Glas Wein oder zur Schlaftablette greifen, leisten sich andere einen Joint, um zur Ruhe zu kommen. Diese Helferlein können letztendlich nur zeitweise die Symptome eines stressigen Alltags bekämpfen.
Wie Cannabis Stress auslösen, aber auch lindern kann, damit beschäftigt sich diese Ausgabe von in.fused. Dabei geht es nicht nur um Stress im klassischen Sinne, sondern auch um Zustände wie Angst und Paranoia, die den menschlichen Organismus unter Stress setzen, und darum, Wege zu finden, ihm etwas entgegenzusetzen. Dr. Eva Milz erklärt, wie die Cannabinoide entspannend und angstlösend wirken können und Nele Wobker beschreibt, warum Dampfablassen beim Kraftsport und Cannabiskonsum keine Gegensätze sein müssen.
Stress bis hin zur Verzweiflung bereitet hingegen die derzeitige Versorgungslage einiger Cannabispatienten. Maximilian Plenert berichtet davon, wie schwerkranke Menschen knapp ein Jahr nach der Gesetzesänderung immer noch mit den Vorurteilen der Ärzte und Krankenkassen, die sich weigern, die Kosten zu übernehmen, zu kämpfen haben. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Rentnerin Frau Biesel ihr Cannabis lieber anderweitig besorgt und selbst Plätzchen bäckt.
Dass Stress kein allein menschliches Phänomen ist, sondern Pflanzen genauso betreffen kann, weiß Markus Berger. Unsere Kolumnistin Zita Cumberland hat dieses Mal nicht nur eine persönliche Geschichte beigesteuert, sondern sich auch mit den Angstzuständen beschäftigt, die zahlreiche Menschen nach dem Cannabiskonsum erlebt haben und wegen derer sie den Konsum teilweise völlig aufgegeben haben.
Stress gehört zum modernen Leben, doch muss er nichts Negatives sein. Vor allem ist er nicht etwas, dem wir machtlos ausgeliefert sind. Ausreichend Schlaf, Bewegung und Ruhepausen können zur Erholung beisteuern. Auch Cannabis kann als Teil einer gesunden Ernährung oder zur Entspannung zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Das geht auch legal und ganz ohne Rausch.

 

Janika Takats

 

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