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Cannabis made in Germany

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Autor: Rosemarie Binder

Zweieinhalb Tonnen klingt erst einmal nach viel, wenn es um Gras geht. So viel soll auf deutschen Äckern jährlich angebaut werden. Die erste Ausschreibung zum Anbau und Verkauf von medizinischem Cannabis ist gescheitert. Jetzt geht es in die nächste Runde.

In Sachen Patientenversorgung in Deutschland bewegt sich wieder etwas: Vor knapp drei Wochen veröffentlichte das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte eine neue Ausschreibung zum Anbau von medizinischem Cannabis.

 

2,6 Tonnen Cannabis

Damit künftig für schwer kranke Menschen eine bessere medizinische Versorgung gewährleistet werden kann, sollen jährlich 2.600 Kilogramm Cannabisblüten im Bundesgebiet produziert werden. Bei erfolgreichem Ablauf des Verfahrens stünde eine erste Ausgabe von deutschem Cannabis in pharmazeutischer Qualität ab Anfang 2020 in Aussicht. Ursprünglich war nach der Gesetzesänderung eine Versorgung der Patienten mit Cannabis aus Deutschland für das Jahr 2019 angedacht. Kritiker weisen darauf hin, dass die rund 2,5 Tonnen nicht ausreichen werden, Deutschland also darüber hinaus auf Importe angewiesen sein wird.

 

Die Probleme des Imports

Vor allem mit Cannabisblüten als Darreichungsform gab es in der Vergangenheit Probleme, die auf den Import zurückzuführen waren: Die gleichbleibende Qualität der Arznei war nicht gewährleistet. So hatten Patienten immer wieder mit Verunreinigungen durch Schimmel oder Samen in den Blüten zu kämpfen. Eine Versorgung, die mit den Ansprüchen der Gesetzgebung konform geht, war durch die langen Importwege nur schwer zu erreichen und für die Beteiligten kaum tragbar. Außerdem waren in der Apotheke nicht alle gelisteten Sorten verfügbar und Patienten mussten teilweise wochenlang auf ihre Medizin warten.

 

Ein langwieriger Prozess

Tatsächlich ist es nicht der erste Versuch, die Versorgungsengpässe nach der Gesetzesänderung im Frühjahr 2017 zu bessern – vor knapp einem halben Jahr ist das erste Verfahren durch ein Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf gescheitert. Nach einer Verfahrensänderung in der ersten Ausschreibung hatte eines der 118 mitbietenden Unternehmen wegen zu kurzer Bewerbungsfristen Einspruch eingelegt und Recht erhalten.

 

… und weite Wege

Dadurch rückte der Abschluss des Bewerbungsverfahrens in unbekannte Ferne und die Betroffenen bleiben weiterhin auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Die Zahl der Anbieter und Sorten in Deutschland steigt zwar, sodass zu erwarten ist, dass Lieferengpässe seltener werden. Die weiten Wege sind jedoch auch mit dafür verantwortlich, dass die Kosten für medizinische Cannabisblüten derart hoch sind.

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