Autor: Rosemarie Binder

Damit hatte so schnell niemand gerechnet: Seit zwei Jahren darf in der Schweiz „rauscharmes“ Cannabis verkauft werden. Die dadurch eingefahrenen Steuern sprechen für eine wachsende Beliebtheit bei der Bevölkerung. Sie werden künftig als feste Einnahmequelle der Regierung verbucht, wie das Finanzministerium nun bekanntgab.

Hype ohne High

Dass man sich bei Cannabis nicht nur am Rausch bereichern muss, haben die Schweizer in recht kurzer Zeit bewiesen: Dort, wo seit zwei Jahren legal THC-armes Cannabis verkauft wird, boomen die Steuereinnahmen, die die Branche erzeugt. Im Jahr 2017 konnte man deren Höhe mit 13 Millionen Franken betiteln, Schätzungen zufolge könnten gegen Ende des Jahres bereits 15 Millionen Schweizer Franken für 2018 angefallen sein. Das stimmt das Finanzministerium optimistisch, auch in Zukunft mit steigenden Einnahmen rechnen zu können, wie seine Sprecherin Sarah Pfäffli kürzlich äußerte.

Ein kleiner, aber wachsender Posten

Insgesamt macht die Pflanze im Hinblick auf die jährlichen Gesamteinnahmen von 73 Milliarden Franken zwar einen recht kleinen Posten aus, allerdings schenkt man ihr nun eine besondere Aufmerksamkeit. Schweiz hat in Sachen Cannabis 2016 durch die Freigabe von THC-armen Hanfpflanzen einen Mittelweg in der Legalisierung beschritten. Das legale Schweizer Cannabis darf maximal ein Prozent des psychoaktiven Wirkstoffs THC enthalten. Damit wirkt es in keinem Falle rauscherzeugend – findet aber sowohl bei Freizeitkonsumenten als auch für medizinische Zwecke Anklang. Seit 2016 sind Cannabisblüten, Stecklinge, CBD-Öl und weitere Hanfrodukte wie beispielsweise Edibles auf dem Markt und haben sich dort nun sozusagen fest etabliert.