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CBD-Wellness made by Coca Cola

Kommentar

Autor: Rosemarie Binder

In der brandneuen Nummer neun des in.fused-Magazins könnt ihr seit kurzem lesen, was Cannabis außer THC noch so zu bieten hat – vor allem für jene, die weder high noch stoned in den vollen Genuss der Pflanze kommen wollen. Es geht um CBD, ein Stoff, der mit seinem breiten Wirkspektrum für Konsumenten sozusagen für rauschfreie Harmonie sorgt. Zu den Qualitätsmerkmalen zählt auch, woher man es bekommt – die Legalisierung von Cannabis bringt in vielen Ländern bereits Gras mit staatlichem Gütesiegel. Längst ist die Pflanze zu einem Milliardengeschäft großgezogen worden. Das lassen sich auch big player der Lebensmittelbranche nicht entgehen. Wer jetzt in Sachen rauschfreier Cannabis-Getränke mitmischt: Constellation Brands (mit Brauereien wie Corona) und Coca Cola.

Moderne Konsumformen von Cannabis führen mit Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit an die Pflanze heran. Das passt nicht unbedingt zu dem ohnehin in die Jahre gekommenen Image des Konzerns Coca Cola, der sich jetzt vermehrt dem Segment gesunder recovery drinks widmen will. Nachdem als erster der Getränkeriese Constellation Brands den major deal mit Cannabisproduzent Canopy Growth beschloss, folgt nun mit hoher Wahrscheinlichkeit Coca Cola. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete kürzlich von Verhandlungen, die hierfür mit Aurora Cannabis geführt werden sollen.

Coca Cola besetzt bisher im Segment zuckerhaltiger Getränke einen hohen Rang. Und wo das Kernprodukt den Namen der Marke ausmacht, werden derzeit intensive Investitionen getätigt, um sich von selbigem abzuspalten. Das Aufstellen eines neuen Produktsortiments ist für den Konzern dringend notwendig. Gerade in den USA stellen Diabetes und starkes Übergewicht immer mehr die zentralen gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung dar. Das ist ein Trend, der sich seit einigen Jahrzehnten kontinuierlich abzeichnet. Die Lebensmittelindustrie nimmt hier einen hohen Stellenwert ein – der Zuckergehalt ihres Sortiments ist immens und prägt die Ernährungsgewohnheiten seiner Kunden. Zum Süßen von Getränken wird aus Kostengründen Maissirup verwendet, der besonders ungesund ist. Sein hoher Fructosegehalt begünstigt eben solche Erkrankungen, die die Staaten am stärksten betreffen. Vor allem, da er häufig gemeinsam mit fettreicher und stark verarbeiteter Nahrung konsumiert wird.

Dass man es in Amerika sehr süß mag, besonders wenn es um Getränke geht, weiß man auch bei Coca Cola. Die NGO Action on Sugar untersuchte unter anderem den Zuckergehalt der klassischen Coke, er ist von Land zu Land unterschiedlich. Die USA besetzen weltweit Platz Nummer zwei, zusätzlich mit verhältnismäßig hohem Fructosegehalt. Das Getränk bescherte bis unlängst bahnbrechende Umsatzzahlen, doch die süßen Getränke verlieren an Beliebtheit. Das durch Cannabis entstandene Geschäft in den USA bietet dem Konzern jetzt Spielräume für den Imagewandel, der in eine ganz andere Richtung gehen soll. Zweifelsohne muss man sich nun um recht konträres Klientel bemühen.

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