Autor: Rosemarie Binder

Vor wenigen Tagen erlebten Kanadas Bürger den Durchbruch in Sachen Drogenpolitik. Die Legalisierung hat weltweit das zweite Land erreicht. Was das betrifft, bedeutet Kanada allerdings nicht einfach nur Kanada. Konsumenten sollten sich auch mit den Einzelbestimmungen der Provinzen beschäftigen, wenn sie auf der sicheren Seite sein wollen. In.fused gibt den Durchblick bei den Gesetzen.

Grundlegende Richtlinien
  • Eigenbedarf, den man pro Kopf mit sich führen darf: 30 Gramm
  • Mindestalter: 18 Jahre, allerdings nur in Alberta und Québec – in allen anderen sind Erwerb und Konsum erst ab 19 legal
  • Im Québec wird sogar vorgesehen, das Mindestalter in der kommenden Legislaturperiode auf 21 Jahre anzuheben
  • Bis zu vier Pflanzen pro Haushalt in Eigenanbau erlaubt – ausgenommen die Provinz Manitoba: Sie verbietet den Anbau komplett
  • In Mietverträgen können außerdem Anbau und Konsum noch strenger geregelt werden, wenn sich andere Mieter gestört fühlen

Den einzelnen Provinzen und ihren Gemeinden ist es vorbehalten, diesen gesetzlichen Rahmen noch enger zu fassen wie Mindestalter zu heben oder den Eigenbedarf, der mitgeführt werden darf, zu senken. Sie bestimmen auch über Vertriebsstrukturen, Konsum in der Öffentlichkeit und Regeln im Straßenverkehr.

Produktion und Verkauf
  • Privatpersonen dürfen selbst angebautes Cannabis nicht verkaufen – Verschenken ist erlaubt
  • Knapp die Hälfte der Provinzen betreibt Verkauf und Produktion ausschließlich durch staatliche Hand
  • In allen anderen können sich private Unternehmer um eine Lizenz bewerben. Sie müssen sich hierzu einer Prüfung durch das staatliche Gesundheitsinstitut Health Canada unterziehen
  • In New Brunswick und in Ontario, wo auch die Hauptstadt Ottawa liegt wird nicht vor Ort, sondern nur online verkauft
  • Der Verkauf von Edibles (essbare Cannabisprodukte) wird erst in einem Jahr freigegeben

Jeder, der außerhalb der gesetzlichen Bestimmungen Handel betreibt, etwa zu Hause in großen Mengen produziert und auf der Straße möglicherweise an Jugendliche verkauft, kann dafür mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 14 Jahren verurteilt werden.

In der Öffentlichkeit
  • Lockerer geregelt, als es ursprünglich geplant war: Während der Gesetzesentwurf der Liberaldemokraten den Konsum nur an privaten Orten vorsah, ist das Rauchen von Cannabis nun dort erlaubt, wo auch Tabakkonsum gestattet ist – zumindest auf nationaler Ebene
  • Die Gesetze der Provinz Alberta sind bezogen auf Cannabis in der Öffentlichkeit mitunter die lockersten. In ihrer größten Stadt Calgary jedoch darf nur in festen Bereichen konsumiert werden
  • In fast der Hälfte aller Provinzen ist jeglicher Konsum in der Öffentlichkeit strengstens untersagt (Manitoba, New Brunswick, Newfoundland and Labrador, Prince Edward Island, Saskatchewan, Yukon)

Generell verboten ist das Rauchen oder Verdampfen in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen, selbst dann, wenn keine Kinder in der Nähe sind.

Cannabis ist Menschenrecht

Die Ontario Human Rights Commission (OHCR) hat festgehalten, dass mindestens der Konsum von medizinischem Cannabis wie ein Menschenrecht behandelt werden muss. So wurden Regelungen aufgestellt, die vornehmlich dem Schutz der Konsumenten dienen. Hierbei wurden auch Gesetze zum Konsum am Arbeitsplatz erlassen: Zwar müssen Arbeitgeber ihren Angestellten nicht erlauben, während der Arbeitszeit zu konsumieren, dies greift aber nicht für Cannabispatienten und Menschen, die an einer Cannabissucht leiden. Cannabis rauchen oder inhalieren müssen sie abseits von der Arbeitsstelle, selbst hergestellte Edibles dürfen sie sogar an Ort und Stelle konsumieren. Solange Arbeitssicherheit gewährleistet ist, muss ihnen der Konsum während der Arbeitszeit ermöglicht werden. Die Sicherheit ist in manchen Branchen oberste Priorität: Die Fluggesellschaft Air Canada verbietet ihren Mitarbeitern den Freizeitkonsum komplett.

Und die Polizei? Darüber muss in den meisten Provinzen tatsächlich noch entschieden werden. Einige Städte wie Montreal, Ottawa oder Vancouver haben den Freizeitkonsum für Beamte freigegeben, solange sie dadurch in ihrer Arbeitszeit nicht beeinflusst werden. In Calgary hingegen geht es den Beamten aber wie den Mitarbeitern von Air Canada: Auch in ihrer Freizeit müssen sie komplett auf Cannabis verzichten.[/vc_column_text][vc_column_text][/vc_column_text][vc_separator style=“dotted“][vc_single_image image=“13160″ img_size=“medium“ alignment=“center“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text css=“.vc_custom_1540196786649{margin-top: 200px !important;}“ el_class=“font-size: 6px“]Quellen

Homepages Alberta, British Columbia, Manitoba, New Brunswick, New Foundland and Labrador, North West Territories, Nova Scotia, Nunavut, Ontario, Prince Edward Island, Québec, Saskatchewan, Yukon

Homepage von Health Canada

Ontario Human Rights Commission zu Cannabis am Arbeitsplatz