Autor: Rosemarie Binder

Vom 29. Bis 30. Oktober hat der Deutsche Hanfverband durch das Institut Infratest dimap eine Befragung durchführen lassen. In der seit 2014 jährlich durchgeführten Umfrage werden knapp 1000 Personen ab 18 Jahren telefonisch um ihre Meinung zu Cannabis gebeten. Zwar ist demnach die Mehrheit gegen eine Legalisierung, es gibt aber im Vergleich zu den Vorjahren immer mehr Befürworter.

Legalisieren oder entkriminalisieren?

In der Erhebung spielten zwei Fragen die zentrale Rolle: Sollte Cannabis legalisiert werden? Und: Ist eine strafrechtliche Verfolgung von Konsumenten noch sinnvoll? Des Weiteren wurden Daten zu Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Berufsgruppe und Nettoeinkommen, sowie politischer Präferenzen erhoben. Als Vergleichsmodell für eine kontrollierte Abgabe wurde der US-Staat Colorado als Modell herangezogen – hier darf man bis zu acht Pflanzen für den Eigenanbau besitzen und Cannabis wird in staatlich kontrollierten Abgabestellen verkauft.

Mehrheit gegen legales Cannabis

Die Ergebnisse: 46 Prozent der Befragten sind für die Legalisierung, 52 Prozent dagegen. Hingegen für die Entkriminalisierung von Konsumenten sprachen sich 59 Prozent aus – das sind, bei beiden Fragen, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Cannabisgegner verloren im Vorjahr um jeweils sechs Prozent. Für den legalen Freizeitgenuss sprachen sich vor allem Männer, jüngere Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, sowie Personen mit höherem Bildungsstand aus. Mit etwa 60 Prozent äußerten sich dagegen jeweils die weiblichen Befragten, ältere Menschen und Personen mit niedrigem Bildungsstand. Die Legalisierung ist vor allem im Wählerspektrum der Linken und Grünen beliebt und erreichte dieses Jahr ihren höchsten Zuspruch seit Beginn der Befragungen durch Infratest dimap.

Ja zum Eigenbedarf

Betreffend die Frage, ob Cannabis weiterhin strafrechtlich verfolgt werden sollte, gestalten sich die Verhältnisse etwas anders. Ebenso wie im Vorjahr äußerte sich die Mehrheit der Befragten nämlich gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten. Der Besitz geringer Mengen für den Eigenbedarf sollte demnach nicht mehr geahndet werden. Auch hier konnte man ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahr verzeichnen und es sympathisieren vorwiegend Grüne- und Linke-Wähler mit der Idee.

Ein Plus von über 2,6 Milliarden

Den Besuchern der „Cannabis normal!“-Konferenz hat nun vor vier Tagen Prof. Dr. Justus Haucap die Kosten vorgerechnet, die mit der Illegalität von Cannabis einhergehen. Diese konnte er mit mindestens 2,66 Milliarden Euro jährlich beziffern. Diese setzen sich zusammen aus den Kosten, die durch die strafrechtliche Verfolgung von Konsumenten entstehen, sowie vielfältigen Steuereinnahmen. Allein die Kosten auf Seiten der Polizei betragen über eine Milliarde Euro jährlich – die Kosten auf Seiten der Justiz kommen hinzu, sind aber nicht abschätzbar. Eine Cannabissteuer, sowie weitere Steuern, die durch den legalen Vertrieb anfallen, würden den Staatskassen weitere 1,65 Milliarden einbringen. Nicht zu vergessen seien außerdem zahlreiche Arbeitsplätze, die durch den entstehenden Markt geschaffen würden.