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What up, Elon?

Kommentar

Autor: Rosemarie Binder

Die NASA lässt die zwei Unternehmen prüfen, die sie derzeit für die Raumfahrttechnologie beauftragt hat – die Rede ist von Boeing und SpaceX, das „Baby“ von Elon Musk. Für genau den könnte es nun heikel werden – die NASA lässt einen Sicherheitsreport anfertigen, der ein drogenfreies Arbeitsumfeld attestieren muss.

 

Eine Frage der Sicherheit

Ab dem kommenden Jahr werden hunderte Befragungen und Untersuchungen stattfinden, die feststellen sollen, wie es um die Gestaltung des Arbeitsplatzes in den Firmen steht. Die Sicherheit spielt hierbei die zentrale Rolle. Immerhin geht es darum, die Astronauten auf bestem Wege an die Internationale Raumstation zu bekommen, Boeing und SpaceX versuchen sich zum ersten Mal an einem solchen Projekt. Was da wohl die Arbeitsplatzsicherheit gefährden könnte? Die NASA stellt als Anforderung ein drogenfreies Arbeitsumfeld – als weniger effizient erweist es sich da, als Chef eines solchen Konzerns öffentlichkeitwirksam Drogen zu konsumieren. Das nahm Elon Musk bisher jedoch gelassen.

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Man rätselte vor Monaten ja bereits, ob er den Menschen mit seinem 420-Tweet nicht irgendetwas durch die Blume sagen wollte. Oder ob er einfach ein bisschen breit war, als er die Privatisierung von Tesla in Aussicht stellte. Für das entstandene Chaos an der Börse musste er 20 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das alles kam vielleicht ein wenig überraschend, passt aber insgesamt zu seinem Stil. Er sprach seinem Tweet jegliche symbolische Bedeutung ab und befand auch das Rauchen von Cannabis als wenig geeignet für produktive Arbeit. Genau einen Monat später konnte man ihm dann in einem Online-Podcast, der bei YouTube als Livestream zu sehen war, mit Joe Rogan beim Kiffen zusehen. Daran war nichts illegal, aber es wurde an der Börse ebenso ungern gesehen wie die bisherigen Eskapaden.

 

Man muss ihn wohl erziehen

Das Erscheinungsbild des verrückten Wissenschaftlers mag nun einmal in seiner Natur ambivalent sein. Aber in Sachen Außenwirkung hat Elon Musk bei der NASA ein äußerst dünnes Eis betreten. Dass er um sein polarisierendes Verhalten keinen Hehl macht, hat ihm nun mit der Sicherheitsprüfung eine neue Hürde geschaffen. Die NASA hat da eben gewisse Vorstellungen, wie vorbildhaftes Auftreten eines Vorgesetzten auszusehen hat. Und es ist nach ihrer Maxime unabdingbar für eine sichere Firmenkultur. Diese Grundsätze sind den Mitarbeitern von Boeing und SpaceX natürlich längst bekannt, wie man auch in Stellungnahmen zu den jüngsten Vorgängen lesen konnte. Umso wirksamer will die Raumfahrtbehörde deshalb wohl jetzt die Provokation öffentlich rügen.

 

Wo die Paras geschoben werden

Immerhin tanzte er seinen Mitmenschen schon manchmal auf der Nase herum, da muss man ihm wohl wiederholt auf die Finger hauen. Die NASA ihrerseits hat den Erziehungsauftrag schon angenommen und betreibt bei den US-Bürgern Schadensbegrenzung. Sie muss den Menschen jetzt vermitteln, dass die öffentlich lockere Haltung des SpaceX-Chefs zu Cannabis und einige seiner Kapriziösitäten keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit der Firmenkultur hatten. Ihr bleibt wenig anderes übrig. Sonst könnte man ja am Ende noch denken, man schicke ihre Astronauten in der Rakete von benebelten Wissenschaftlern an die ISS. Was soll man da sagen? Die NASA denkt ja immerhin auch, es sei möglich, sich ein Beispiel an Elon Musk zu nehmen.

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