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Grüne wollen Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtern

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Autor: Rosemarie Binder

Die Grünen wollen jetzt mit einem Gesetzesentwurf den Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtern. Sie fordern, den Krankenkassen die Entscheidungskompetenz über Therapieverordnung und Kostenübernahme zu entziehen.

Rares Gut Cannabis

Das neue Gesetz hat für Patienten viele Hürden eingerichtet: Seit 2017 scheitern reihenweise Anträge auf Kostenübernahme, die ihnen die Therapie ermöglichen würden. Das Problem wird seitens der Patienten und ihrer Vertreter in der Entscheidungsgewalt der Krankenkassen gesehen. Sie beurteilen mithilfe des MDK, ob eine Therapie mit Cannabis sinnvoll für die einzelnen Patienten ist. Das Prüfverfahren ist zeitintensiv und teuer. Dabei sind sie angehalten, wirtschaftlich rentabel zu agieren und bemängeln die hohen Kosten der Cannabistherapie.

 

Keine Mitsprache für die Kassen

Diese Befangenheit kritisieren auch die Grünen und fordern in ihrem Gesetzesentwurf, der heute dem Gesundheitsausschuss vorgelegt wird, den Krankenkassen das Entscheidungsrecht zu nehmen. Da es keine Auflistung der mit Cannabis behandelbaren Krankheiten gibt, gebe es für die Kassen einen zu hohen Handlungsspielraum. Die Partei betonte weiterhin in ihrer Argumentation, dass Einsparungen in unschätzbarer Höhe möglich seien. Diese entstünden dadurch, dass Cannabis eine Therapiealternative zu zahlreichen Medikamenten wie etwa Opioiden darstelle.
Die Verantwortung für die Verordnung von cannabishaltigen Arzneien gehört den Grünen zufolge in die Hände der Ärzte. „Wenn Medizinalcannabis ärztlich verordnet wird, muss diese Verordnung gelten“, so die drogenpolitische Sprecherin der Grünen zum Tagesspiegel. Dadurch könne viel bürokratischer Aufwand vermieden und Zeit gespart werden, was im Interesse der Beteiligten liege.

 

Medizin günstig machen

Eine mögliche Kostenreduktion der Medizin sieht der Gesetzesentwurf an mehreren Stellen: Mit dem Anbau von medizinischem Hanf in Deutschland würden bald niedrige Einkaufspreise für die Apotheken ermöglicht. Diese werden aktuell noch mit einem Zuschlag von 90% sowie weiteren Zuschlägen nach Arzneimittelpreisverordnung versehen. Die Apothekenpreise werden als unverhältnismäßig hoch kritisiert. Durch die meist bevorzugten unverarbeiteten Blüten in der Therapie entstünde kein entsprechender Arbeitsaufwand für die Apotheker, der die Preispolitik rechtfertigt. Die Politik tut sich jedoch hart daran, diese Verhältnisse zu ändern.

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